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Heuschnupfen oder Corona-Infektion?

01. Mai 2021

Husten und eine verstopfte Nase: Pollenallergie und eine Corona-Infektion haben teilweise ähnliche Symptome. Anhand von bestimmten Merkmalen lassen sie sich aber unterscheiden. Heuschnupfen sorgt meistens für eine laufende Nase, Niesen und juckende Augen. Fieber, Gliederschmerzen oder Geruchs- und Geschmacksverlust treten dagegen nur bei Covid-19 auf. Wer sich unsicher ist, sollte die Symptome telefonisch mit einem Arzt oder Apotheker klären.

Die frühlingshaften Temperaturen haben die Menschen in Scharen in die Natur gelockt. Viele Allergiker werden dabei gemerkt haben: Hasel- und Erlenpollen sind bereits in der Luft. Die Birkenpollen werden in Kürze folgen. Für viele Heuschnupfenpatienten beginnt nun also die jährliche Leidenszeit. Bei Schnupfen-Symptomen dürfte dem ein oder anderen in diesem Jahr sicher durch den Kopf gehen, ob es nicht auch eine Corona-Infektion sein könnte, die die Nase zum Laufen bringt. Wie unterscheidet man beides voneinander?

Wer schon länger von Heuschnupfen betroffen ist, weiß, wie er sich äußert: Fließschnupfen, verstopfte Nase, Niesen und Augenjucken. Manchmal kommen Husten, Müdigkeit und Kurzatmigkeit hinzu. Vor allem, wenn man zum ersten Mal auf Pollen reagiert und nicht mit den Beschwerden rechnet, stellt sich die Frage, ob es sich um eine Allergie oder eine Corona-Infektion handelt. „Ganz klare Unterscheidungsmerkmale sind vor allem auftretendes Fieber und Gliederschmerzen, die nicht für eine saisonale Allergie sprechen“, sagt Ulrich Schlotmann, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Kleve. Ebenso ein plötzlich auftretender Geruchs- oder Geschmacksverlust. Bei Covid-19 kann es zu Schmerzen von Muskeln, Gelenken, Hals und Kopf kommen. Manchmal auch zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. All diese Symptome treten nicht bei einer saisonalen Allergie auf. Wer sich unsicher ist, dem empfehlen die Apotheker im Kreis, sich telefonisch an den Hausarzt zu wenden oder bei Verdacht auf Covid-19 die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes zu wählen: 116 117.

Wer weiß, dass er Allergiker und für Heuschnupfen empfindlich ist, sollte dafür sorgen, dass Mittel griffbereit sind, die im Akutfall helfen, um böse Überraschungen zu vermeiden. „Dazu gehören insbesondere sogenannte Antihistaminika, die es in Apotheken in Form von Tabletten, Nasensprays und Augentropfen gibt. Sie bremsen den körpereigenen Botenstoff Histamin, der die allergischen Symptome entscheidend mit auslöst“, erläutert Apotheker Ulrich Schlotmann. Einige Mittel brauchen demnach zehn bis 14 Tage, bis sich ihre Wirkung voll entfaltet. Mit dem Einsatz dieser Präparate sollte deshalb rechtzeitig begonnen werden. Dabei müsse man aber auch mögliche Nebenwirkungen berücksichtigen, sagt Schlotmann. Etwa Müdigkeit und Einschränkung des Reaktionsvermögens, insbesondere beim Autofahren.

„Wir beraten unsere Patienten dazu am liebsten individuell. Denn jeder ist unterschiedlich betroffen. Nur im persönlichen Beratungsgespräch können wir gezielt ermitteln, welche Maßnahme im Einzelfall am besten geeignet ist und welche Wechsel- und Nebenwirkungen auftreten können“, sagt Ulrich Schlotmann. In den Apotheken gibt es dann häufig auch noch weitere Tipps und Tricks zum Thema Pollen. Bei einer starken Verschlimmerung oder Veränderung der Symptome sollte aber immer ein Arzt aufgesucht werden.

Auch die beste Therapie gegen Heuschnupfen könne leider nicht vor einem sogenannten „Etagenwechsel“ schützen. Wenn es dazu kommt, „wandert“ die Allergie von den Augen über die oberen Atemwege in die Lunge und Bronchien und löst dort Asthma aus. Wer dieses Risiko so weit wie möglich ausschließen möchte, sollte sich bei seinem Arzt nach einer spezifischen Immuntherapie (SIT) erkundigen. Bei der SIT bekommt der Patient etwa drei Jahre lang Allergieauslöser als Tabletten oder in Form von Spritzen unter die Haut. Ziel ist es, dass sich das Immunsystem langsam an die Pollen gewöhnt und am Ende nicht mehr allergisch reagiert.

Auch vorbeugend könne man einiges gegen die Pollen tun, erklären die Apotheker. Allergiker sollten Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln. So kann vermieden werden, dass an der Wäsche haftende Pollen aufgewirbelt werden und zu nächtlichen Allergieschüben führen. Wer möglichst unbelastet von Pollen ins Bett gehen möchte, sollte abends die Haare waschen, damit an den Haaren haftende Pollen die Allergie nicht im Bett verstärken.

Außerdem ist ratsam, die Wohnung nur in den Zeiten zu lüften, in denen möglichst wenige Pollen fliegen: In Städten sollten die Fenster daher am besten in den frühen Morgenstunden geöffnet werden, auf dem Land hingegen am späten Abend. Nach einem Regenschauer sei die Luft besonders rein, da feuchte Pollen schlechter fliegen können.

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